Dies ist das Ergebnis einer umfassend angelegten Studie der Bertelsmann Stiftung über das Vertrauen der deutschen Bevölkerung zum Jahreswechsel 2009/2010. Danach ist der breitflächige Vertrauensverlust weniger eine direkte Folge der aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrise, sondern setzte bereits vor Jahrzehnten als Folge der Globalisierung ein. Kurzfristiges Krisenmanagement zeigt sich danach wenig geeignet, das verlorene Vertrauen zu festigen. Als neue Vertrauensanker werden am ehesten eine Wende zu umfassender Nachhaltigkeit, vielfältiger Beteiligung an Entscheidungsprozessen sowie Förderung von Bildung und Familie gesehen. Unter der Oberfläche deuten sich aber neue soziale Bewegungen an, die die gesellschaftliche Einflussnahme und politisch unabhängige Mitsprache neu organisieren werden.
Professor Dr. Peter Kruse, der Leiter der Studie, über dieses bislang wenig beachtete Phänomen: “Unter der Oberfläche von Resignation und Frustration entwickelt sich auf der Werteebene ein enormes Bereitschaftspotenzial für Partizipation. Unabhängig von den etablierten Parteien, den Massenmedien und professionellen Plattformen bahnt sich dieser Wille zur Beteiligung bereits machtvoll seinen Weg.” Kruse schätzt dieses Potenzial auf 20 bis 30 Prozent – und damit ähnlich groß und mächtig wie die Basis der Ökologiebewegung in ihren Anfängen.
Quelle: http://www.bertelsmann-stiftung.de/cps/rde/xchg/bst/hs.xsl/nachrichten_99289.htm



Diskussion
Keine Kommentare für “Bertelsmann Stiftung: 70 % der Deutschen haben Vertrauen in Politik und Wirtschaft verloren.”