Erhard Eppler schreibt in der Süddeutschen Zeitung: Gibt es eine “politische Klasse”, so muss es auch eine “unpolitische Klasse” geben, die in der Demokratie gar nicht vorgesehen ist. Natürlich wird die “politische Klasse” dann auch die herrschende sein, die “unpolitische” hingegen die unterdrückte. Die gegensätzlichen Interessen müssen zum Klassenkampf führen. Aus der Perspektive der angeblich Nicht-Politischen bedeutet dies: Was die Parteien miteinander verbindet, ist stärker als die Gemeinsamkeiten zwischen Wählenden und Gewählten. Allem vordergründigen Streit zum Trotz. Wahlkämpfe werden zu Shows, die dies vergessen machen sollen. Letztlich halten “die da oben” doch zusammen, wenn es gegen “die da unten” etwas durchzusetzen gilt.
Parlamentarische Demokratie nennt sich auch “repräsentative” Demokratie. Was aber, wenn ein großer Teil der Citoyens und Citoyennes sich von niemandem repräsentiert fühlen, nicht einmal von den Abgeordneten, und schon gar nicht von den Parteien, denen sie ihre Stimme gegeben haben?
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