Brauchen wir mehr oder weniger Demokratie, um die Finanzkrise zu bewältigen?

„Der griechische Weg: Demokratie ist Ramsch“ überscheibt Frank Schirrmacher seinen Kommentar in der FAZ. Und weiter: „Wer das Volk fragt, wird zur Bedrohung Europas. Das ist die Botschaft der Märkte und seit vierundzwanzig Stunden auch der Politik. Wir erleben den Kurssturz des Republikanischen.

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Das Politische verliert an Boden

Es wird immer klarer, dass das, was Europa im Augenblick erlebt, keine Episode ist, sondern ein Machtkampf zwischen dem Primat des Ökonomischen und dem Primat des Politischen. Schon hat das Politische massiv an Boden verloren, was man daran erkennt, dass alle politischen Begriffe, die mit dem geeinten Europa verbunden waren, im Wind zerstoben sind, wie Asche. Aber der Prozess beschleunigt sich. Das absolute Unverständnis über Papandreous Schritt ist ein Unverständnis über demokratische Öffentlichkeit schlechthin – und auch darüber, dass man für sie bereit sein muss einen Preis zu bezahlen.

Sieht man denn nicht, dass wir jetzt Ratingagenturen, Analysten oder irgendwelchen Bankenverbänden die Bewertung demokratischer Prozesse überlassen? Sie alle wurden in den letzten 24 Stunden befragt und bestürmt, als hätten sie irgendwas dazu zu sagen, dass die Griechen über ihre Zukunft selbst abstimmen wollen.“

Lesen Sie hier den vollständigen Kommentar Frank Schirrmachers

Schon im Juni 2010 wies EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso auf die akute Bedrohung der Demokratie in Südeuropäischen Ländern durch die überbordende Staatsverschuldung hin: Nightmare vision for Europe as EU chief warns ‚democracy could disappear‘ in Greece, Spain and Portugal