„Mehr Demokratie oder mehr zahlen?“ fragte das Kompetenznetz Bürgerhaushalt vor einigen Wochen etwas ketzerisch. Ein immer größerer Teil der gesellschaftlichen Entscheidungen wird vorrangig wirtschaftlichen Überlegungen unterworfen. Politiker auf allen Ebenen werden zu Getriebenen der Banken und Ratingagenturen. Bundeskanzlerin Merkel spricht gar von der Notwendigkeit einer „marktkonformen Demokratie“. Höchste Zeit also, die Rolle des Geldes in unserer Gesellschaft einmal genauer zu betrachten. Können wir unsere Demokratie stärken indem wir wieder die Macht über das Geld zurückgewinnen?”
Am 07. März um 19:30 Uhr zeigen wir in Kooperation mit dem BürgerBahnhof Vohwinkel im Vohwinkler Bahnhof www.buergerbahnhof.com im Rahmen der politischen Filmreihe „Zeitlupe“ den Dokumentarfilm
Der Schein trügt. Eine Expedition in die Rätsel des Geldes
Deutschland 2009 / 97 Minuten / Regie: Claus Strigel
http://derscheintruegt.com
Eintrittspreis 4,- Euro
Der mehrfache Grimme-Preisträger Claus Strigel nimmt den Zuschauer mit auf eine Forschungsreise in die Welt des Geldes. Ein Zaubermittel, das alles bedeutet und doch keinerlei Wert hat. Es wird aus dem Nichts geschaffen, vermehrt sich exponentiell und bezieht seinen Wert doch durch Mangel. Armut garantiert seinen Wert: Hätten alle genug Geld, hätte es keinen Wert.
Es soll sich um ein Tauschmittel handeln, doch nur 2% der Billionen, die täglich um den Erdball gehandelt werden, dienen dem Austausch von Waren und Dienstleistungen. Wozu der Rest dient, dringt kaum ins öffentliche Bewusstsein. Woher kommen die Milliarden, fragen wir uns, wenn wir von immer unvorstellbareren staatlichen Stützungskrediten für Banken und Industriekonzerne hören.
Der Geldforscher Lietaer vertritt die These, dass mit dem globalen, monopolistischen Geldsystem allein die heutigen Probleme der Menschheit nicht mehr gelöst werden können: Die Bekämpfung von Armut und Hunger, der Klimaschutz, Gesundheits- und Sozialdienste brauchen ergänzende
Tauschsysteme. Wie hilfreich solche Ersatzwährungen sein können, zeigt der Film anhand eindrucksvoller Beispiele aus der Schweiz und Brasilien.
Paul Singer, Brasiliens Staatssekretär für solidarische Ökonomie bringt die Sache auf den Punkt: Wir müssen die Macht über unser Geld zurückgewinnen.
Die Filmreihe ZEITLUPE im Bürgerbahnhof Vohwinkel zeigt die Geschichte hinter den Schlagzeilen und bietet Gelegenheit zum genaueren Hinschauen und Hinterfragen, um Denkanstöße zu geben für mögliche Formen des Zusammenlebens in einer Gesellschaft, deren Erscheinungsbild nicht zuletzt vom Engagement und von der Solidarität des Einzelnen abhängen.


Pro und Contra: Sollte die Kultur mehr Geld erhalten?
Ich finde ja! Die Kultur in Wuppertal sollte mehr Geld erhalten!
Das Haushaltsdefizit lässt derzeit eine höhere Bezuschussung der Wuppertaler Bühnen nicht zu. Eine Sanierung des Schauspielhauses kann aus den städtischen Finanzen nicht aufgebracht werden.
Aber die Stadtsparkasse ist bereit im Jahr 1,2 Mio. € zum Etat der Wuppertaler Bühnen beizutragen.
Hier bietet sich doch direkt an, dass eine Finanzierung zur Sanierung des Schauspielhauses mit einem Beitrag von 1,2 Mio. € pro Jahr von der Stadtsparkasse durchgeführt werden kann.
Selbst wenn die Stadtsparkasse 2% Zinsen berechnen würde, wäre eine Sanierung des Schauspielhauses in 21 Jahren refinanziert!
Der Stadtsparkasse könnte das Grundstück und die Gebäude des Schauspielhauses als Sicherheit für die Laufzeit der Refinanzierung von 21 Jahren übereignet werden. Die SSK führt die Sanierung des Schauspielhauses für die Wuppertaler und die Stadt durch. Die Wuppertaler Bühnen erhalten von der Stadtsparkasse den Zuschuss in Höhe von 1,2 Mio. im Jahr. Dieser Betrag wird als Miete oder als Finanzierungsrate direkt an die Stadtsparkasse zurückgeführt.
Im Etat der Wuppertaler Bühnen fehlen pro Jahr dann jedoch, nach den vorgesehenen Kürzungen, noch ca. 2 Mio. €. Diese Finanzierungslücke kann durch eine Kulturabgabe der Stadt in Höhe von 15 € im Jahr, je Einwohner Wuppertals geschlossen werden.
Mit einer solchen Kulturabgabe könnten von der Stadt Wuppertal, bis zu 5,2 Mio. € jährlich eingenommen werden. Wenn ALG II Empfänger von dieser Abgabe befreit würden, würde sich diese zusätzlich Einnahme berechenbar reduzieren.
Die Summe einer solchen Kulturabgabe wäre immer noch so hoch, dass allen Besuchern der Wuppertaler Bühnen ein kostenfreier Eintritt zu allen Veranstaltungen gewährt werden könnte. Damit könnte auch das Problem der zu geringen Besucherzahlen behoben werden. Besonders positiv wirkt sich diese Regelung für die Schulen und die Schüler aus, die auch freien Eintritt in alle Veranstaltungen erhalten würden.
Zusätzlich sollte die Möglichkeit eingeräumt werden, die Kulturabgabe aus freien Stücken, von jedem Bürger selbst zu erhöhen. Viele Wuppertaler würden den Betrag freiwillig erhöhen, wenn gesichert ist, dass ihr Mehrbeitrag ausschließlich in die Wuppertaler Kultur fließt. Hier ist eine Kontrolle der Bürger unumgänglich! (Bürgerhaushalt).
Ich – oder sollte ich besser sagen wir, würden in diese Kulturabgabe unsere durchschnittlichen Ausgaben für Theaterbesuche in Wuppertal einrechnen. Von uns wäre eine Abgabe pro Jahr in Höhe von ca. 250 € zu erwarten. Damit könnten die Einnahmen aus der Kulturabgabe auf 5,2 Mio. jährlich stabilisiert werden.
Im Ergebnis wären ausreichende Mittel im Kulturetat (im Bürgeretat für Kultur) vorhanden, um die Wuppertaler Bühnen ausreichend zu finanzieren, das Schauspielhaus an der Kluse zu sanieren und allen Wuppertaler Bürgern freien Eintritt für alle Veranstaltungen der Wuppertaler Bühnen zu gewähren. Es wäre noch ein Überschuss vorhanden, um die freien Theater in Wuppertal, die experimentellen und das Boulevardtheater zu fördern, damit für Jedermann, das richtige angeboten wird!
Future now to Wuppertal
Beste Grüße
Lothar Jessen