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Das „Mammutprojekt“ Döppersbergumbau soll 105 Millionen Euro kosten – und keinen Cent mehr. Geht das überhaupt? Die Stadt Wuppertal finanziert den Umbau mit 17 Millionen Euro Schulden. So steht es im Durchführungsbeschluss des Stadtrats. 19 Millionen Euro kann die Stadt aus den Verkaufserlösen von Anteilen der Stadtwerke aufbringen. Etwa 4 Millionen zahlen die Stadtwerke und den Rest der Finanzierung bringen Bund und Land auf. Es geht um 65 Millionen Euro an Fördergeldern. Aufgrund der langen Bauzeit gehen Wuppertals Politiker davon aus, dass der Umbau doch mehr als geplant kosten könnte. Im Durchführungsbeschluss steht wörtlich: „Bei der Neugestaltung des Döppersberg ist – wie bei sämtlichen Bauprojekten dieser Größenordnung – mit einer Steigerung des Baupreisindex zu rechnen. Die Durchführung der Baumaßnahme erstreckt sich von 2010 bis 2017 und geht aufgrund des langen Ausführungszeitraums mit entsprechenden Unsicherheiten in Bezug auf die Kostenentwicklung einher.“

Kürzlich schreckte ein Interview der Westdeutschen Zeitung mit dem Wuppertaler Unternehmer Heinz Schmersal die Öffentlichkeit auf. Schmersal kritisierte darin den viel zu niedrigen Planungsansatz für das Bauprojekt und schätzte die Kosten auf rund 300 Millionen Euro. Was kann man da tun?

Eine Möglichkeit ist die, für größtmögliche Transparenz bei allen mit dem Bauprozess zusammenhängenden Vorgängen zu sorgen indem man eine Internetplattform aufbaut, die diese in einem Soll-Ist-Vergleich abbildet. Die Planungs- und Umsetzungsschritte sowie Kalkulationen und Zahlungsflüsse müssten möglichst detailliert beschrieben, die Verfahrensbeteiligten genau benannt werden. Wenn alle am Bauprojekt Beteiligten wissen, dass ihnen bei jedem ihrer Schritte die Öffentlichkeit quasi über die Schulter schaut, werden sie schon allein dadurch vorsichtiger und umsichtiger handeln. Mögliche Fehlerquellen könnten eventuell frühzeitiger erkannt und dadurch vermieden werden. Die Verwaltung könnte weniger leicht von Bauunternehmen unter Druck gesetzt werden. Es ist durchaus realistisch, dass angesichts der hohen Gesamtkosten des Döppersberg-Umbaus mit einer solchen, relativ leicht umzusetzenden Internetplattform einige Millionen Euro Kostendämpfung realisiert werden können. Viele Bürger der Stadt würden gerne mithelfen, diese Einsparungen mit wachen Augen sicherzustellen.

Leseempfehlung: Die Besten arbeiten immer für andere. Zitat: „Von zehn Bauvorhaben laufen sieben kostenmäßig völlig aus dem Ruder.“

Im Laufe der zahlreichen Haushaltskonsolidierungsrunden wurden im Laufe der Jahre auch die Mittel für die Unterstützung der Freien Wuppertaler Kulturszene heruntergefahren. Teilweise um diese Kürzungen zu kompensieren, teilweise um willige private Geldgeber zu unterstützen und zu ermutigen, wurde vor einigen Jahren der „Kulturfonds“ ins Leben gerufen. Weiterlesen …